crystals, klunker, dimestore diamonds - - - - - - - - - - - Juni 2011

   
Place: Galerie Schmuckfrage
04-06-2011 - 30-06-2011    
 
Artists: Gabriele Hinze, Polly Wales, Stephanie Hensle

opening Friday 03-06-2011 with fruit punch
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Gabriele Hinze
Ring, stainless steel, silver, synthetic peridot

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Polly Wales
Ring: Harlequin
gold, synthetic stones

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Stephanie Hensle
Rings "Automatenringe"
silver, oxidized silver

For a long time jewellery provided precise information about the position of the wearer in society. The game with inclusion and exclusion lead to a specific language and form, wherein jewels took a central role. The number of those who wanted access to this form of language grew and surmounted the production of jewels - for some as well the budget they could spent on jewellery. In the 18th century rhinestones became celebrated stars. In the 20s of the last century the youth feasted in rings with oversized artificial stones, which matched their clothes and danced the charleston. The early royally acceptance of jewels' copies was insinuating for the lasting power with whom the pure form of a facetted stone is showing off wealth and splendour until today.
The work of the three artists reflects in different ways on the use of stones in contemporary jewellery.

Gabriele Hinze developed her one technique of mounting stones and reducing at this the ring to three simple and clear elements.  According to her specifications the synthetic stones applied are cut in Idar Oberstein.  In the elegant reduced formed rings the deepness and colouring of the stones gets highlighted and centralized.

Polly Wales aesthetic has evolved from trying to capture an unexpected beauty found in the accidental and the incidental. Her current jewellery collections are made by casting precious stones such as sapphires, rubies and rough diamonds, directly into gold. The stones become set inside and out, part exposed and part buried within, creating pieces that resemble natural gem encrusted forms, like sparkling geodes split open, or discoveries from the deep.

 Stephanie Hensle diminishes the precious and regular grinding of jewels into multidimensional extensive stones made out of silver or gold. The shimmering shine and transparency of the jewel gets lost - yet everyone knows
what could be in its place.

deutschsprachiger Text

Schmuck war lange ein gesellschaftliches Statement seiner TrägerInnen. Das Spiel mit Ausschluß und Zugehörigkeit führte zu einer eigenen Sprache, in der geschliffene Edelsteine eine zentrale Rolle spielten. Die Zahl derer, die Zugang zu dieser Sprache begehrten wuchs im Laufe der Jahrhunderte, die Nachfrage nach Edelsteinen überholte die Steinproduktion. Schon im 18.Jhd. wird Strass trotzdem oder weil er Edelsteine kopiert zum gefeierten Hofstar. In den zwanziger Jahren schwelgte die Jugend in Ringen mit übergroßen Similisteinen, die zu ihren Strass besetzten Kleidern passten, in denen sie Charleston tanzten. Die frühe, königliche Anerkennung von Edelsteinimitaten war sicher bedeutend für die nachhaltige Kraft, mit der die bloße Form eines facettierten Steins auch heute noch Reichtum und Pracht ausdrückt.

Klunker-Ringe“ und „Automaten-Ringe“ von Stephanie Hensle

In der Klunker-Ringserie werden edle Steine reduziert auf großflächige und unregelmäßige Facetten. Minimal wie eine einfache Bleistiftzeichnung findet sich die äußere geometrische Form facettierter Steine, skizziert in den Ringen. Der funkelnde Glanz, die schillernde Farbigkeit und Tiefe der Steine ist verloren in der Facettierung des Edelmetalls - doch wissen alle welche Stellvertreter an derer statt im Ring sein könnten. Den Größen der Steine sind keine Grenzen mehr gesetzt.

Die Automaten-Ringe sind eine Hommage an die Plastik-Edelstein-Ringe aus den Kaugummiautomaten. Hoffnungsvoll standen wir davor und träumten mit der richtigen Drehung den schönsten, den gewünschten Ring aus dem Automaten zu bekommen. Wie ihre Vorlagen sind die Ausführungen der Automatenringe in Silber nicht perfekt und das sollen sie auch nicht sein. Die Ringschiene nicht akkurat, der Stein nicht perfekt gefasst, und doch ein kleiner Schatz, der Sehnsüchte weckt und nun gesammelt werden kann.“ (Stephanie Hensle)

 

Serie „crystals“ von Polly Wales

Polly Wales Ästhetik hat sich aus dem Bemühen entwickelt, eine unerwartete Schönheit des Zufälligen, Unabsichtlichen zu fassen, so unerwartet wie die Schönheit wiedergefundener alter Schätze, getragen und gezeichnet vom Lauf der Zeit. Pollys' Vorliebe gilt der satten Farbigkeit edler Steine und aufwendigen Details feiner Schmuckkunst.
In Ihren aktuellen Schmuckkollektionen gießt Polly Wales Edelsteine wie Saphire, Rubine und Rohdiamanten direkt mit Gold zusammen in eine Form. Die Steine verteilen und ordnen sich zufällig, kommen an die offene Oberfläche oder bleiben im Gold verborgen. So entstehen Stücke, die natürlichen Konglomeraten ähneln, wie funkelnde aufplatzende Geoden oder Entdeckungen aus tiefem Gestein. Teilweise nimmt das Edelmetall die kristalline Struktur der Steine an, eine enge umschließende Verbindung von Metall und Stein bildet sich heraus. Dieses unorthodoxe Verfahren schafft unerwartete Ergebnisse und macht jedes Stück einzigartig.

Polly begreift das Unerwartete als eines der wichtigsten Elemente in ihrer Praxis. Zusammen mit einer Leidenschaft für Experimente und neue Techniken ermöglicht ihr der Zufall, Ergebnisse zu erzielen, die sowohl kräftig und dynamisch, wie auch zart und raffiniert wirken.

 
Polly Wales' aesthetic has evolved from trying to capture an unexpected beauty found in the accidental and the incidental, such as unearthed and ancient treasures worn, beaten and embellished by the passage of time. Polly combines this with a love of rich colours found in precious stones and the intricate detailing of fine jewels.

Polly's current jewellery collections are made by casting precious stones such as sapphires rubies and rough diamonds, directly into gold. The stones become set inside and out, part exposed and part buried within, creating pieces that resemble natural gem encrusted forms, like sparkling geodes split open, or discoveries from the deep. This unorthodox process creates unexpected outcomes and makes every piece unique. Polly embraces this element of the unexpected as one of the key tools in her practice. This along with a passion for experimentation enables her to develop new techniques creating work that is both bold and vibrant as well as delicate and refined.“ (Wales)

 

Serie „Stein Fassung Schiene“ von Gabriele Hinze

Zu den ausgestellten Ringen meint Gabriele Hinze, sie seien „Stein, Fassung und Schiene - das Einzelne übernimmt seine Aufgabe nur durch das Zusammenfügen mit den jeweils Anderen.“ Gabriele Hinze stellt die einzelnen Teile eines Rings in einen konstruktiven Zusammenhang. Eine offene Ringschiene aus einem Edelstahlband mündet in eine kragenförmige Fassung und umgreift mit beiden Enden einen prächtigen facettierten Stein. Von dem Juwel auseinander gepresst drücken die beiden Schienenenden gegen die Fassung. Gegenläufige Kräfte und Reibung verbinden einfach und reversibel die simplen Teile. Der geschliffene künstliche Stein zitiert Tradition und Faszination überlieferten Schmuckhandwerks. Präzise setzt Gabriele Hinze diese Gefüge, und damit eine zeitgemäßen Neuformulierung der traditionellen Ringform und seiner Einzelteile. Klarheit, Reduktion, Funktionalität, gezielter Materialeinsatz, verbinden sich mit Prunk, Blendung, Glanz, und Kitsch. So findet sich die komplexe offene Situation des gegenwärtigen Schmucks zwischen Mode, Design, Handwerk, Kunst und Industrie in diesen schönen Stücken.
Lieblingsfarbe aussuchen, fertig!

 

 She's a dimestore diamond
Shines like the real thing…
dimestore diamond“ 
(Beth Ditto - Gossip)


auf Viola Vecchis' blog findet sich eine wunderbare Sammlung "edelsteingeformter" Schmuckstücke bijou _contemporain_jewelry

(download)

Vernissage 03.Juni 2011