crystals, klunker, dimestore diamonds - - - - - - - - - - - Juni 2011
„Klunker-Ringe“ und „Automaten-Ringe“ von Stephanie Hensle„In der Klunker-Ringserie werden edle Steine reduziert auf großflächige und unregelmäßige Facetten. Minimal wie eine einfache Bleistiftzeichnung findet sich die äußere geometrische Form facettierter Steine, skizziert in den Ringen. Der funkelnde Glanz, die schillernde Farbigkeit und Tiefe der Steine ist verloren in der Facettierung des Edelmetalls - doch wissen alle welche Stellvertreter an derer statt im Ring sein könnten. Den Größen der Steine sind keine Grenzen mehr gesetzt.
Die Automaten-Ringe sind eine Hommage an die Plastik-Edelstein-Ringe aus den Kaugummiautomaten. Hoffnungsvoll standen wir davor und träumten mit der richtigen Drehung den schönsten, den gewünschten Ring aus dem Automaten zu bekommen. Wie ihre Vorlagen sind die Ausführungen der Automatenringe in Silber nicht perfekt und das sollen sie auch nicht sein. Die Ringschiene nicht akkurat, der Stein nicht perfekt gefasst, und doch ein kleiner Schatz, der Sehnsüchte weckt und nun gesammelt werden kann.“ (Stephanie Hensle)
Serie „crystals“ von Polly Wales
Polly Wales Ästhetik hat sich aus dem Bemühen entwickelt, eine unerwartete Schönheit des Zufälligen, Unabsichtlichen zu fassen, so unerwartet wie die Schönheit wiedergefundener alter Schätze, getragen und gezeichnet vom Lauf der Zeit. Pollys' Vorliebe gilt der satten Farbigkeit edler Steine und aufwendigen Details feiner Schmuckkunst.
In Ihren aktuellen Schmuckkollektionen gießt Polly Wales Edelsteine wie Saphire, Rubine und Rohdiamanten direkt mit Gold zusammen in eine Form. Die Steine verteilen und ordnen sich zufällig, kommen an die offene Oberfläche oder bleiben im Gold verborgen. So entstehen Stücke, die natürlichen Konglomeraten ähneln, wie funkelnde aufplatzende Geoden oder Entdeckungen aus tiefem Gestein. Teilweise nimmt das Edelmetall die kristalline Struktur der Steine an, eine enge umschließende Verbindung von Metall und Stein bildet sich heraus. Dieses unorthodoxe Verfahren schafft unerwartete Ergebnisse und macht jedes Stück einzigartig.
Polly begreift das Unerwartete als eines der wichtigsten Elemente in ihrer Praxis. Zusammen mit einer Leidenschaft für Experimente und neue Techniken ermöglicht ihr der Zufall, Ergebnisse zu erzielen, die sowohl kräftig und dynamisch, wie auch zart und raffiniert wirken.
„Polly Wales' aesthetic has evolved from trying to capture an unexpected beauty found in the accidental and the incidental, such as unearthed and ancient treasures worn, beaten and embellished by the passage of time. Polly combines this with a love of rich colours found in precious stones and the intricate detailing of fine jewels.
Polly's current jewellery collections are made by casting precious stones such as sapphires rubies and rough diamonds, directly into gold. The stones become set inside and out, part exposed and part buried within, creating pieces that resemble natural gem encrusted forms, like sparkling geodes split open, or discoveries from the deep. This unorthodox process creates unexpected outcomes and makes every piece unique. Polly embraces this element of the unexpected as one of the key tools in her practice. This along with a passion for experimentation enables her to develop new techniques creating work that is both bold and vibrant as well as delicate and refined.“ (Wales)
Serie „Stein Fassung Schiene“ von Gabriele Hinze
Zu den ausgestellten Ringen meint Gabriele Hinze, sie seien „Stein, Fassung und Schiene - das Einzelne übernimmt seine Aufgabe nur durch das Zusammenfügen mit den jeweils Anderen.“ Gabriele Hinze stellt die einzelnen Teile eines Rings in einen konstruktiven Zusammenhang. Eine offene Ringschiene aus einem Edelstahlband mündet in eine kragenförmige Fassung und umgreift mit beiden Enden einen prächtigen facettierten Stein. Von dem Juwel auseinander gepresst drücken die beiden Schienenenden gegen die Fassung. Gegenläufige Kräfte und Reibung verbinden einfach und reversibel die simplen Teile. Der geschliffene künstliche Stein zitiert Tradition und Faszination überlieferten Schmuckhandwerks. Präzise setzt Gabriele Hinze diese Gefüge, und damit eine zeitgemäßen Neuformulierung der traditionellen Ringform und seiner Einzelteile. Klarheit, Reduktion, Funktionalität, gezielter Materialeinsatz, verbinden sich mit Prunk, Blendung, Glanz, und Kitsch. So findet sich die komplexe offene Situation des gegenwärtigen Schmucks zwischen Mode, Design, Handwerk, Kunst und Industrie in diesen schönen Stücken.
Lieblingsfarbe aussuchen, fertig!
She's a dimestore diamond
Shines like the real thing…
dimestore diamond“
(Beth Ditto - Gossip)
auf Viola Vecchis' blog findet sich eine wunderbare Sammlung "edelsteingeformter" Schmuckstücke bijou _contemporain_jewelry
Vernissage 03.Juni 2011




